Stellungnahme zum Rahmenlehrplanentwurf

Beschlossen in der BEA-Sitzung am 23.3.2015

Der BEA Reinickendorf hat sich in zwei Vollversammlungen, einer AG-Sitzung sowie im BEA-Vorstand mit dem Rahmenlehrplanentwurf beschäftigt und kommt zu folgender Stellungnahme:

Wir begrüßen, dass es eine transparente und für alle offene Anhörungsphase gibt, so dass eine breite Beteiligung ermöglicht wird.

Wir befürworten die Implementierung der fächerübergreifenden Kompetenzentwicklungen (Sprachbildung/Medienbildung) sowie der übergeordneten Themen, da sie von zentraler Bedeutung sind und entsprechend ausgeprägt sein sollten.

Wir begrüßen die Einführung des Fachs Gesellschaftswissenschaften in den Klassenstufen fünf und sechs, sowie die Vermittlung des Lehrstoffs in Geschichte in den Klassenstufen sieben und acht durch Längsschnitte und die Ausrichtung an den Lebenswelten der Schüler.

Der Ansatz eines Niveaustufenbandes spiegelt die Wirklichkeit einer heterogenen Schülerschaft wider. Um die bestmögliche Förderung aller Schüler zu ermöglichen, ist es notwendig, die Differenzierung im Unterricht zu stärken. Hierfür müssen die notwendigen finanziellen, räumlichen und personellen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die Schwerpunktsetzung auf eine umfassende Medienbildung erfordert moderne technische Geräte in entsprechender Qualität und Quantität in den Schulen. Deshalb müssen die Schulbudgets erhöht werden, um die zusätzlichen Sachkosten abzudecken. Darüber hinaus ist es unerlässlich, dass IT-Personal (Administratoren) die Betreuung und Instandhaltung der Geräte übernimmt. Die Administration kann nicht vom pädagogischen Personal mit übernommen werden. Da die Medienbildung als Basiscurricular praktisch in allen Fächern präsent ist, müssen alle Lehrkräfte durch Fortbildungen in dem Umgang mit diesen Medien geschult werden.

Kritisch sehen wir das Fehlen jeglicher inhaltlicher Differenzierung. Der neue Rahmenlehrplan soll "Voraussetzungen für individuelles Lernen auf dem Weg zur Inklusion weiterentwickeln". Es wird einerseits ein Maximum an Individualisierung des Lernens angestrebt. Andererseits wird im Widerspruch dazu der Inhalt über alle innere und äußere Differenzierung hinweg vereinheitlicht. Es gibt nur einen einzigen Lernstoff für alle, der je nach Lerntempo des einzelnen Schülers innerhalb der vorgesehenen 10 Schuljahre unterschiedlich schnell und unterschiedlich weit durchlaufen wird. Eine tiefergehende Bearbeitung des gleichen Stoffes an Gymnasien oder in E-Kursen der ISS oder im Rahmen der Binnendifferenzierung ist nirgends vorgesehen und allein den Schulen oder den Lehrern überlassen. Damit wird einem Niveaugefälle zwischen Schulen oder Kursen gleichen Typs Tür und Tor geöffnet und ein Schulwechsel innerhalb Berlins unnötig erschwert.

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